Neurodermitis – neue Pflege

Was ist neu bei Neurodermitis/Atopisches Ekzem?

Wir glauben, Sie wissen bereits viel über Neurodermitis, etwa dass es sich um eine chronische, entzündliche Hauterkrankung mit Juckreiz handelt. Das sichtbarste Zeichen dieser Hauterkrankung ist ein Ekzem, das je nach Alter des Individuums meist an typischen Hautpartien auftritt.

Sie haben wahrscheinlich gehört, dass oft schwere Formen der Neurodermitis mit Kortikosteroiden behandelt werden. Mildere Formen werden in der Regel mit hochwertigen Kosmetikprodukten behandelt. Solche Produkte halten die Feuchtigkeit in der Haut und schützen sie vor äußeren Einflüssen, wie zum Beispiel Rilastil Xerolact PB Balsam.

Was machen kosmetische Produkte noch?

  1. Sie helfen, die Funktion der Hautbarriere wiederherzustellen.
  2. Sie sorgen dafür, das möglichst wenig Wasser aus der Haut verdunstet.
  3. Sie schützen geschädigte Haut vor äußeren Einflüssen.
  4. Sie helfen, die Haut besser zu strukturieren.

Es gibt viele grundlegende Dinge über Neurodermitis, die bereits bekannt sind. Was gibt es Neues?

Die Haut und ihr pH

Hautmikrobiota = alle Mikroben, die auf der und in der Haut leben. Sie können Bakterien, Pilze oder Viren sein. Ihre Aufgabe ist es, die Haut zu schützen und gleichzeitig die Hautbarriere zu erhalten.

Der normale pH-Wert der Haut liegt bei etwa 5,5. Die Aufrechterhaltung eines pH-Werts zwischen 4 und 6 verbessert jedoch die Homöostase der normalen Hautmikrobiota und ermöglicht die normale Funktion der auf der Haut vorkommenden Enzyme. Aufgrund all der oben genannten Informationen ist die Hautmikrobiota sehr wichtig für die Aufrechterhaltung der Schutzfunktion der Haut.

Bei intensivem Kratzen verändert sich auch die Hautmikrobiota, was unter anderem zu einem Anstieg des pH-Werts bei Patienten mit Neurodermitis führt. Veränderungen des Haut-pH-Wertes verschlimmern zusätzlich den Zustand.

Was passiert mit der Haut bei Ausbrüchen von Neurodermitis?

Jede Haut hat ihre Mikrobiota, die von Person zu Person variieren kann. Die Bakterienart Staphylococcus aureus, dominiert bei Neurodermitis Ausbrüchen, während im Normalzustand mehrere Bakterienarten in der Mikrobiota vorhanden sind. S. aureus ist jedoch problematisch, da es dafür sorgt, dass die Entzündung in der Haut aufrechterhalten wird. Es verursacht eine Hautbarrierestörung und eine Immunantwort vom Typ 2. Das heißt, wir befinden uns ständig in einer Phase von Ekzem Ausbrüchen, was wiederum bedeute, dass die Hautbarriere ständig zerstört wird. Das Versagen der Barriere führt jedoch zu einer noch größeren Anfälligkeit für das Eindringen von Allergenen und anderen Stoffen in die Haut.

Die Analyse zeigt, dass die Besiedelungsrate auf Haut ohne Läsionen (gesunde Haut) 39% beträgt, auf Haut mit Läsionen (Atopische Haut) sogar 70%.

Kratzen und Neurodermitis

Juckreiz und daraus resultierendes Kratzen bedroht die Hautbarriere und stärkt die abnorme Immunantwort. Eine solche Reaktion stimuliert die Keratinozyten (Zellen in der Epidermis) zur Freisetzung von Zytokinen (Proteinen) und anderen Entzündungsfaktoren. Viele dieser Moleküle sind jedoch dafür bekannt, Juckreiz zu verursachen.

Was bedeutet das jetzt in der Praxis? Wenn wir uns kratzen, werden im Körper Reaktionen ausgelöst, die Signale geben, um noch mehr Moleküle abzusondern, die Juckreiz verursachen. Das ist also ein Teufelskreis. Sicher, am einfachsten wäre es, wenn Sie einfach aufhören würden zu kratzen, aber wie sagt man das einem kleinen Kind?

Wir werden den Juckreiz nur reduzieren können, wenn der pH-Wert der Haut wieder physiologisch ist, also zwischen 4 und 6 liegt. Bei Menschen mit atopischen Ekzem ist der pH-Wert jedoch in der Regel alkalisch (höher als physiologisch) und somit wird die Besiedlung von Staphylococcus Aureus erleichtert.

Ein weiterer interessanter Punkt

Unsere Haut kann auch bei Schuppenflechten/Psoriasis jucken, aber wir müssen uns bewusst sein, dass es sich nicht um den gleichen Juckreiz wie bei Neurodermitis handelt. Andere Moleküle sind an der Reaktion beteiligt, die den Juckreiz auslöst und daher können wir nicht auf dieselbe Behandlung zurückgreifen, da sie nicht erfolgreich ist. Beim atopischen Ekzem sind spezielle Rezeptoren im Spiel, die anders sind als bei Schuppenflechten.

Was sind Präbiotika und wozu dienen sie?

Präbiotika sind nicht lebende Extrakte nicht-pathogener Bakterien, die sich positiv auf eine oder mehrere Arten von nützlichen Bakterien auswirken, indem sie deren Wachstum und/oder Aktivität stimulieren. Mit anderen Worten, Präbiotika sind eine Gruppe von Lebensmitteln, die nicht verdaut werden können und Nahrung für bereits vorhandene Bakterien in der Mikrobiota sind. In Kombination mit den in Xerolact PB Balm enthaltenen Postbiotika (bakterielle Sekrete) sorgen wir dafür, dass sich die Hautbarriere erfolgreich gegen äußere Einflüsse wehrt. Neben der normalen Funktion der Hautbarriere schützt und hält diese Kombination auch die Hautmikrobiota im Gleichgewicht.

Durch das Auftragen von Präbiotika auf die Haut haben diese die Fähigkeit, die normale Funktion der Hautmikrobiota zu unterstützen. Im Falle einer zerstörten Mikrobiota versuchen sie jedoch, diese wiederherzustellen.

Die Studie zeigte auch, dass die topische Anwendung (Auftragen auf die Haut) eines Präbiotikums das Bakterium S. Aureus beeinflusst. Ein solcher Ansatz sorgt für ein ausgeglichenes Immunsystem und die Wiederherstellung der Hautmikrobiota. Dies ist bei Hauterkrankungen im Zusammenhang mit dem Immunsystem wie Neurodermitis, Rosazea, Akne und Schuppenflechte sehr wichtig.

 

Was also tun Präbiotika?

  1. Sind in der Lage, die Mikrobiota der Haut zu stabilisieren.

  2. Stellen die Integrität der Mikrobiota wieder her.

  3. Verhindern Komplikationen durch das Wachstum von Bakterien und pathogenen Pilzen (Entzündungen).

  4. Wirken hemmend auf das Wachstum von Staphilococcus aureus. Die Wirkung ist selektiv, da sie andere Mikroorganismen der normalen Hautmikrobiota nicht beeinflusst.

Warum kann es zu einer Schädigung der Hautbarriere kommen?

Studien haben gezeigt, dass Personen mit Neurodermitis eine Mutation in einem Gen aufweisen, das für das Protein Filaggrine kodiert. Dieses Protein ist Teil der Hautbarriere und die Folgen einer Fehlfunktion manifestieren sich als:

  1. Unfähigkeit, die Haut optimal mit Feuchtigkeit zu versorgen.

  2. Unfähigkeit, den sauren pH-Wert auf der Hautoberfläche aufrechtzuerhalten.

Dadurch ist auch der transepidermale Wasserverlust größer, was sich am ehesten als trockene Haut mit Juckreiz bemerkbar macht, der zu Neurodermitis führen kann.

Dies kann durch die richtige Hautreinigung und -pflege nach dem Duschen gelindert werden. Wir empfehlen die Verwendung von Xerolact Reinigungsöl, das durch seine milden Reinigungsmittel die Haut sanft reinigt. Xerolact Reinigungsöl sorgt durch seinen Ölgehalt dafür, dass die Haut nicht zu viel Feuchtigkeit verliert und pflegt sie gleichzeitig. Verwenden Sie Xerolact PB Balsam auch zur täglichen Pflege von atopischer und trockener Haut.

 

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